Im Vortrag von Robert Wasser, Mitbegründer der Energethik Ingenieurgesellschaft mbH, wurde das Konzept der Flexibilisierung von Biogasanlagen zu Speicherkraftwerken vorgestellt. Ein zentraler Ansatz besteht darin, die vorhandene Biogasanlage durch zusätzlichen Gas- und Wärmespeicher zu ergänzen. Hinzu kommt noch die mehrfache Erhöhung der BHKW-Leistung, wodurch die Erzeugung von Strom und Wärme zeitlich flexibler an den jeweiligen Bedarf angepasst werden.
Die Speicherung von Biogas ermöglicht es, die Stromproduktion gezielt in Zeiten mit hoher Nachfrage oder geringer Stromerzeugung aus fluktuierenden erneuerbaren Energien zu verlagern. Auf diese Weise können sowohl Stromspitzen als auch sogenannte Dunkelflauten – also Zeiträume mit geringer Solar- und Windstromerzeugung – besser ausgeglichen werden. Dies trägt dazu bei, die Schwankungen im Stromnetz zu reduzieren und die Integration erneuerbaren Energien zu unterstützen.
Für die effiziente Nutzung der anfallenden Wärme ist idealerweise ein ortsnahes Wärmenetz erforderlich. Die Kombination aus Gas- und Wärmespeicher ermöglicht somit die bedarfsgerechte und Nutzung der erzeugten Energie, insgesamt zeigt das vorgestellte Konzept, wie Speicherkraftwerke und Biogasanlagen durch eine intelligente Kopplung zur Stabilisierung des Energiesystems und einer effizienten Nutzung erneuerbaren Energien beitragen können. Auf die Frage, wie teuer denn bezogene Wärme aus Wärmenetze sind, die durch ein Speicherkraftwerk versorgt werden, wurde eine Größenordnung von 10 – 14 Ct€/kWh genannt.
Herr Wasser hielt zum Schluss ein Plädoyer für die Landwirte. Sie sind immer für uns Gesellschaft da, sie erzeugen Nahrungsmittel, bei Wintereinbruch werden Straßen geräumt und Fahrzeuge aus den Gräben gezogen. Er würde die Landwirte auch sehr viel mehr in die Energieversorgung von Kommunen mit einbeziehen. Dadurch, dass auch zunehmend weniger Fleisch verzehrt wird und somit der Tierbestand sinkt, betrachtet er die „Teller oder Trog“ Diskussion als kein Problem an.
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