Echard Wolf (r.) mit dem Vorsitzenden von VERENA Ludger Wichmann

„Für V2H sind keine regulatorischen Hürde bekannt.“ So die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion (Deutscher Bundestag – Drucksache 20/14985). Mit diesem Zitat begann Dipl.-Ing. Elektrotechnik Eckard Wolf seinen Vortrag über bidirektionales Laden, den er auf Einladung des Vereins VERENA (=Verein für regenerative Energien Ahlen) und der VHS im voll besetzten Heimatmuseum Ahlen hielt.

Der Begriff „bidirektionales Laden“, so Wolf, beschreibt, dass ein E-Auto nicht nur mit Strom geladen wird, sondern seinen gespeicherten Strom auch wieder dem privaten (V2H = Vehicle to Home) oder öffentlichen Netz (V2G =Vehicle to Grid) zur Verfügung stellt. So können die großen Speicher der e-Autos, welche statistisch gesehen 23 Stunden am Tag nicht bewegt werden, überschüssigen Strom speichern und bei Bedarf wieder abgeben.

Wolf, der u.a. als Solarberater in Soest tätig ist, betonte, dass bidirektionales Laden einen großen Schritt für die Förderung der Elektromobilität und die private Energiewende bedeute. Im Verlaufe seines Vortrags konzentrierte er sich auf die Nutzung des e-Autos im privaten Netz (V2H). Besonders interessant daran sei die relativ einfache Umsetzung. Der selbst produzierte Solarstrom kann im Auto gespeichert werden, das ja über einen sehr großen Speicher verfügt (bei modernen Autos bis zu 80 kWh), und später im Haushalt genutzt werden. Die eigenen Stromkosten können so gesenkt und die Unabhängigkeit vom Stromnetz vergrößert werden. Auch das öffentliche Stromnetz wird entlastet. Und laut Bundesregierung gibt es aktuell keine regulatorischen Hürden für V2H.

Graphiken veranschaulichten den Vortrag

Auch technisch sieht Wolf keine großen Hürden. Benötigt werden eine eigene PV-Anlage und eine geeignete Wallbox und natürlich E-Autos, die von den Herstellern für diese Anwendung freigegeben sind. Zudem muss eine Informationsverbindung vom Hauszähler zum E-Auto hergestellt werden, die den Lade- und Entladeprozess der Autobatterie steuert.

Der Referent ergänzte seine Ausführungen durch vertiefende technische Details und veranschaulichte diese für die Zuhörer anhand übersichtlicher Graphiken. Abschließend forderte er die Autohersteller auf, die Entwicklung nicht auszubremsen, sondern ihre E-Batterien dafür freizugeben. Zahlreiche interessierte Nachfragen schlossen den Vortrag ab.

Wolf ist Mitbetreiber der GmbH Enomo in Lüdinghausen, die sich für die Förderung von Elektromobilität einsetzt und die auf ihrer Webseite zu dem Themenkomplex informiert und Beratung anbietet. Weitere Details zu dem Vortrag und viele andere Informationen zu diesem Thema kann man auf der Webseite der GmbH enomo.de/v2h nachlesen.