Am 24.11.2026 antwortete Herr Rehbaum mit folgendem Schreiben:
Sehr geehrter Herr Wichmann, sehr geehrter Herr Bode, sehr geehrter Herr Kunst,
in Ihrem Schreiben vom 14. November bringen Sie Ihre Sorge über die Klimapolitik und den Stand der nachhaltigen Energieversorgung zum Ausdruck. Sie legen Ihren Eindruck dar, „dass sich das Gefühl einer Unvereinbarkeit von Klimaschutz und Wirtschaftswachstum besonders durch die Äußerungen Ihrer Partei [CDU/CSU] durchgesetzt hat, obwohl das genaue Gegenteil der Fall ist.“
Diesem Eindruck muss ich entschieden widersprechen: Es ist gerade die Kernposition der Union, dass Klimaschutz und Wirtschaft nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen, sondern nur miteinander gelingen können. Wir brauchen eine starke Wirtschaft, die klimaschonend unser Land in die Zukunft trägt – in eine Zukunft, die gegen die bereits eingetretenen Folgen des Klimawandels gewappnet ist und gleichzeitig eine weitere Verschärfung abwenden kann.
Die Frage ist also nicht ob, sondern wie: Wie kann Klimaschutz effektiv gelingen, ohne dass Unternehmen und Menschen im Land von Restriktionen und einseitigen Subventionen ausgebremst werden. Förderungen müssen in der Breite wirkungsvoll sein und nicht nur einem bestimmten Klientel zugutekommen. Sie sprechen die Abschaffung der Prämie für E-Fahrzeuge an. Ja: Die direkte Kaufprämie wird auslaufen. Stattdessen plant die Bundesregierung eine E-Auto-Förderung, die nach Einkommen gestaffelt ist und ab 2026 in Kraft soll. Diese Förderung soll zum tatsächlichen Umstieg auf die Technologie bewegen. Plugin-Hybride, bei denen das Ladekabel vom Käufer meist nicht einmal ausgepackt wird, sollen zum Beispiel nicht darunterfallen. Ganz zentral für den Umstieg auf alternative Antriebe ist in meinen Augen vor allem der konsequente Ausbau der Ladeinfrastruktur. Auch halte ich die Verlängerung der Kfz-Steuerbefreiung für E-Autos bis 2035 und die Förderung von E-Fahrzeugen, die in der EU gebaut werden, für sinnvolle Instrumente, um Wirtschaft und Klimaschutz in Deutschland und der EU zu stärken.
Als Verena e.V. äußern Sie sich besonders besorgt über die Themen Einspeisevergütung und das Diskussionspapier „Allgemeine Netzentgeltsystematik Strom“ (AgNes) der Bundesnetzagentur (BNetzA). Ich kann verstehen, dass Sie als Betroffene die Pläne kritisch sehen. Wer aber den gesamten Strommarkt im Blick behält, wird feststellen, dass das bisherige System nicht mehr den aktuellen Gegebenheiten entspricht. Ich halte die von der BNetzA angesprochenen Fehlentwicklungen für schmerzhafte Knackpunkte, die man nicht ignorieren darf. Es muss ein Prozess angestoßen werden, der das System insgesamt flexibler macht und die steigenden Kosten gerechter auf mehr Schultern verteilt. Das sind keine Veränderungen, die Freude bei den Prosumern aufkommen lassen. Aber im Sinne der Allgemeinheit und einer sicheren, effizienten und klimaschonenden Stromversorgung kann das aktuelle Verfahren nicht so bleiben. Es ist wichtig, dass Vereine wie Verena ihr Fachwissen und ihre Perspektive bei diesem Prozess einbringen. Daher danke ich Ihnen für Ihr Schreiben und werde u.a. das Thema „Vehicle to Grid“ mit meinen zuständigen Fachkollegen erörtern.
Mit besten Grüßen
Ihr
Henning Rehbaum
Aufgrund aktueller Ankündigungen und Planungen der Bundesregierung schickte VERENA ein weiteres Schreiben an Herrn Rehbaum, in dem die Unterzeichner ihre Sorge über die Entwicklung zum Ausdruck brachten.
Eine Antwort erhielt VERENA am 07.04.2026
Sehr geehrter Herr Wichmann, sehr geehrter Herr Bode, sehr geehrter Herr Kunst,
vielen Dank für Ihre neuerlichen Schreiben; wir stehen schon seit längeren zu diesen und ähnlichen Fragen im Austausch und auch diesmal widme ich mich gerne Ihrem Fragenkatalog. Ich „knöpfe“ mir die Punkte gerne noch in dieser Woche vor und sende Ihnen meine Stellungnahmen zu. Eine Podiumsdiskussion zu dem Thema kann ich jedoch terminlich in nächster Zeit nicht realisieren.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Henning Rehbaum